Gemeinsame Konten, getrennte Konten oder Drei-Konten-Modell? Wir gehen die Optionen für Paare und Familien durch.
Sobald zwei Menschen ein Budget teilen, geht es nicht mehr nur ums Rechnen. Es geht darum, was als gemeinsam gilt, was privat bleibt und wie man das regelt, ohne jeden Kassenbon zu diskutieren. Drei Modelle haben sich bewährt, und keines ist für alle das richtige.
Welches Kontomodell passt zu uns?
Bei ähnlichem Einkommen genügt ein gemeinsames Konto. Bei unterschiedlichem Einkommen ist das Drei-Konten-Modell fairer: ein Gemeinschaftskonto für alle geteilten Kosten und je ein eigenes für den Rest. Getrennte Konten mit Ausgleich funktionieren nur, wenn beide gern abrechnen.
| Modell | Passt, wenn | Schwierig, wenn |
|---|---|---|
| Ein gemeinsames Konto | Einkommen ähnlich, wenig Diskussionsbedarf | einer deutlich mehr verdient |
| Drei Konten | Einkommen unterschiedlich, beide wollen eigenen Spielraum | beide ungern verwalten |
| Getrennt mit Ausgleich | sehr unterschiedliche Ausgabenmuster | niemand Lust auf Abrechnen hat |
Das Drei-Konten-Modell ist für die meisten Paare der beste Kompromiss. Beide zahlen einen festen Anteil auf das Gemeinschaftskonto, davon laufen Miete, Strom, Lebensmittel und alles Gemeinsame. Was auf dem eigenen Konto bleibt, gehört einem allein und muss vor niemandem gerechtfertigt werden.
Wie teilen wir fair auf, wenn einer mehr verdient?
Nicht halbe-halbe, sondern nach Anteil am Gesamteinkommen. Verdient eine Person 2.400 Euro und die andere 1.600 Euro, sind das 60 und 40 Prozent. Bei 2.000 Euro gemeinsamen Kosten zahlt sie 1.200 und er 800. Beiden bleibt danach derselbe Anteil ihres Einkommens zur freien Verfügung.
Die hälftige Teilung wirkt gerecht, ist es aber nicht: Von 1.600 Euro sind 1.000 Euro fast zwei Drittel, von 2.400 Euro nur gut vierzig Prozent. Der eine kann noch sparen, der andere nicht. Die Anteilsrechnung braucht ein einziges Gespräch und erspart viele spätere.
Wie viel Taschengeld braucht jeder?
Ein Betrag, über den niemand Rechenschaft ablegt, und zwar für beide gleich hoch, unabhängig vom Einkommen. Fünfzig bis hundert Euro im Monat reichen meist. Dieser Posten ist wichtiger, als er klingt: Er verhindert, dass aus jeder kleinen Anschaffung eine Grundsatzfrage wird.
Ohne diesen Betrag entsteht ein Muster, das viele Paare kennen: Einer kauft etwas für vierzig Euro, der andere fragt nach, und aus einer Kleinigkeit wird ein Gespräch über Vertrauen. Mit festem Taschengeld gibt es diese Frage nicht mehr.
Was ist mit den Kindern?
Kinderkosten gehören in eigene Kategorien, nicht in den allgemeinen Topf. Kleidung, Betreuung, Schule, Hobbys und Geschenke laufen getrennt, weil sie sonst in den Lebensmitteln verschwinden. Wer sie einzeln sieht, kann auch planen, statt jedes Mal überrascht zu werden.
Ab etwa acht Jahren lohnt es sich, Kinder einzubeziehen. Ein eigener kleiner Umschlag, ein eigenes Sparziel, und das Kind lernt nebenbei, was Geld bedeutet. Das kostet wenig und wirkt lange.
Der monatliche Zehn-Minuten-Termin
Einmal im Monat zehn Minuten zu zweit: Was war teuer, was kommt nächsten Monat? Nicht mehr. Paare, die das tun, streiten deutlich seltener über Geld als solche, die nur reden, wenn es knapp wird.
Wie planen wir größere Anschaffungen?
Über einen eigenen Posten, der monatlich wächst, nicht über Rücklagen aus dem laufenden Budget. Waschmaschine, Urlaub, neues Auto: Wer dafür jeden Monat einen festen Betrag zurücklegt, hat das Geld, wenn es so weit ist. Wer erst spart, wenn die Anschaffung ansteht, kauft auf Raten.
Zwei getrennte Töpfe haben sich bewährt. Der erste ist der Notgroschen für Unvorhergesehenes, an den nur im Ernstfall gegangen wird. Der zweite sind die geplanten Anschaffungen, für die ihr ein Datum und einen Betrag kennt. Beide vermischen sich sonst, und dann ist der Notgroschen im Urlaub.
Als Faustregel für Familien: Drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen, aufgebaut über ein bis zwei Jahre. Das klingt viel und ist genau der Betrag, der verhindert, dass eine kaputte Heizung zum Kredit wird.
Kostenloser RechnerSparziel berechnenWie viel müsst ihr monatlich zurücklegen, um den Betrag rechtzeitig zusammenzubekommen? →Was tun, wenn das Geld nicht reicht?
Zuerst die Fixkosten prüfen, nicht die Lebensmittel. Bei den meisten Familien liegen die größten Einsparungen bei Versicherungen, Strom, Mobilfunk und Abos, nicht beim Einkaufen. Einmal alles durchgehen bringt oft mehr als ein halbes Jahr Sparen an Kleinigkeiten und tut niemandem weh.
Wenn danach immer noch eine Lücke bleibt, hilft eine ehrliche Reihenfolge: Erst die Kosten, die niemand im Alltag spürt, dann die, die Komfort kosten, und zuletzt die, die Freude machen. Wer mit den Kindergeburtstagen anfängt, hat die Reihenfolge umgedreht.
Bei anhaltenden Engpässen gibt es kostenlose Schuldner- und Budgetberatung, etwa bei Caritas, Diakonie und den Verbraucherzentralen. Das ist keine Notlösung, sondern ein normales Angebot, das viel zu selten genutzt wird.
Häufige Fragen zum Familienbudget
<b>Sollen Kinder wissen, wie viel wir verdienen?</b> Bei kleinen Kindern reicht die Information, dass Geld begrenzt ist. Ab etwa zwölf Jahren schadet Offenheit selten und hilft oft, weil Wünsche dann besser eingeordnet werden können.
<b>Wie viel Taschengeld ist angemessen?</b> Übliche Orientierung sind ein bis zwei Euro pro Lebensjahr im Monat, bei Jugendlichen entsprechend mehr. Wichtiger als die Höhe ist die Verlässlichkeit: fester Termin, fester Betrag, keine Vorschüsse.
<b>Was ist mit Elternzeit oder Teilzeit?</b> Dann verschiebt sich die Anteilsrechnung, und das sollte vorher besprochen werden. Wer weniger verdient, weil er mehr Familienarbeit übernimmt, sollte deshalb nicht weniger Spielraum haben.
Grundlage: das Budget in vier Schritten aufstellen ↗
Geschrieben von
Simone
Gründerin von YourBudgetDesign. Schreibt über Budgetplanung, Sparmethoden und ein entspannteres Verhältnis zu Geld.
